Fachkräftemangel in FrankfurtRheinMain hält an

(pm/fsm) – Die Metropolregion FrankfurtRheinMain ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen in Deutschland und Europa. Die ansässigen Unternehmen erwirtschafteten zuletzt 253 Milliarden Euro im Jahr. Bei der Bruttowertschöpfung je Einwohner liegt die Region über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die für diesen Erfolg so wichtigen Fachkräfte zu finden, wird jedoch zunehmend schwieriger.

Laut der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage geben 54 Prozent der Unternehmen in der Metropolregion an, dass der Fachkräftemangel ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung darstellt. Nur die Energie- und Rohstoffpreise beschäftigen derzeit noch mehr Unternehmen (71 Prozent).

Wie sich die Probleme bei der Stellenbesetzung in naher und ferner Zukunft entwickeln könnten, darüber gibt der Fachkräftemonitor der Wirtschaftsinitiative PERFORM Auskunft. „Die Nachfrage nach Fachkräften übersteigt das Angebot und es kommt zu einer sogenannten Fachkräftelücke. Laut der diesjährigen Erhebung werden Ende 2022 rund 132.000 Fachkräfte in der Metropolregion FrankfurtRheinMain fehlen. Vor allem ab Mitte der 2020er-Jahre wird sich die Situation aufgrund der demografischen Entwicklung noch einmal verschärfen. Durch vermehrte Renteneintritte der sogenannten Baby-Boomer-Generation nimmt das Angebot an Fachkräften verstärkt ab. Selbst unter der Annahme einer leicht rückläufigen Nachfrage durch die Unternehmen, führt dies zu einer stetig steigenden Lücke, erläutert Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main und Sprecher von PERFORM, anlässlich der Veröffentlichung des aktualisierten Fachkräftemonitors.

Insbesondere bei den beruflich Qualifizierten ist die Lücke groß. Von den derzeit 132.000 nicht zu besetzenden Stellen verlangen 111.000 eine berufliche und 21.000 eine akademische Qualifikation. Der Anteil der beruflich Qualifizierten an der Fachkräftelücke nimmt im Zeitverlauf zu. Werden keine geeigneten Maßnahmen ergriffen, etwa die Förderung einer verstärkten Zuwanderung durch internationale Fachkräfte, kann die Fachkräftelücke in der Region bis zum Jahr 2035 sogar auf rund 461.000 Personen anwachsen.

„Treten wir der derzeitigen Entwicklung nicht entgegen, könnte nach unseren Prognosen im Jahr 2035 jede vierte Stelle in der Metropolregion nicht mehr besetzt werden. Die Folgen für den Wirtschaftsstandort wären gravierend. Daher sollten wir die Herausforderungen in der Region frühzeitig angehen. Der Fachkräftemangel kann vor allem durch Zuzug vermindert werden. Da die derzeit aus dem Berufsleben ausscheidenden Personen weiter in unserer Region wohnen bleiben und keine Wohnung frei machen, benötigen wir schlichtweg eine große Anzahl neuer beziehbarer Wohnungen in der Metropolregion und entsprechend mehr Bauland“, fordert Caspar.

Für die Unternehmen stellen die Engpässe ein erhebliches Risiko für ihren wirtschaftlichen Erfolg dar. Das Anwerben von Fachkräften ist mit Suchkosten und deren Qualifikation mit Investitionen verbunden. Nicht besetzte Stellen bedeuten auch weniger Aufträge, die angenommen werden können. Die Gewinnung von Fachkräften für die Region ist daher ein Schwerpunkt in der Arbeit der Wirtschaftsinitiative PERFORM. So wird etwa im Rahmen des Projektes „Ausgezeichneter Wohnort für Fachkräfte“ mit den Kommunen an einem möglichst attraktiven Umfeld für Fachkräfte gearbeitet.

Über den Fachkräftemonitor

Der Fachkräftemonitor liefert online unter www.fkm-perform.de aktuelle Informationen zur Fachkräftesituation in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Auf der Website lässt sich die Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes sowohl im akademischen wie im berufsbildenden Bereich bis zum Jahr 2035 analysieren. Der Fachkräftemonitor informiert Unternehmen und Politik und kann damit Basis für Personalentscheidungen und geeignete politische Maßnahmen sein, um die Rahmenbedingungen für die regionale Wirtschaft anzupassen. Er kann auch dazu genutzt werden, um sich über zukünftige Berufschancen in der Region zu informieren.

Über PERFORM:

„PERFORM Zukunftsregion FrankfurtRheinMain“ ist eine Initiative der Wirtschaftskammern der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Mitglieder von PERFORM sind die IHK Frankfurt am Main, die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, die IHK Aschaffenburg, die IHK für Rheinhessen, die IHK Gießen-Friedberg, die IHK Limburg sowie die IHK Wiesbaden. Unter dem Dach von PERFORM nehmen die Wirtschaftskammern die drängenden Themen der regionalen Wirtschaft auf und bearbeiten gemeinsame Projekte, beispielsweise zu Digitalisierung, Flächenentwicklung, Fachkräfteentwicklung, Gründung, Innovation sowie Mobilität und Verkehr. Ins Leben gerufen wurde die Initiative 2016 und 2020 in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) überführt. PERFORM ist im engen Austausch mit weiteren Partnern der Region, beispielsweise dem Länderübergreifenden Strategieforum FrankfurtRheinMain.