Land Hessen fördert Schieneninfrastruktur für Wasserstoff-Tankstelle im Industriepark Höchst mit rund 2,5 Millionen Euro

(pm/fsm) – Ab dem Jahresfahrplan 2023 werden insgesamt 27 wasserstoffgetriebene Züge – die bislang größte Flotten weltweit im Personenverkehr – auf den Strecken von Frankfurt nach Königstein und Brandoberndorf, von Frankfurt-Höchst nach Bad Soden und von Bad Homburg nach Friedberg unterwegs sein. Zur Betankung der Züge wird im Industriepark Höchst eine entsprechende Wasserstoff-Tankstelle errichtet.

Das Land Hessen fördert den Bau der grundlegenden Schieneninfrastruktur für die Wasserstoff-Tankstelle mit rund 2,5 Mio. Euro, knapp 60 Prozent der hierfür anfallenden Kosten. Ergänzend wurden vom Land Hessen für die Erstellung vorbereitender Gutachten und den Bau einer mobilen Zugbetankungseinrichtung über 800.000 Euro zur Verfügung gestellt. Für die Betankungseinrichtung als solche stellt der Bund Fördermittel bereit.

„Statt Dieseltriebzügen ermöglicht es der Brennstoffzellenzug, lokal emissionsfrei und nahezu geräuschlos zu fahren“, so Verkehrsstaatssekretär Jens Deutschendorf in einer Pressemitteilung von Infraserv Höchst. „In Hessen ist derzeit noch etwa ein Drittel der Bahnstrecken nicht elektrifiziert – das Potential für innovative Antriebe und die so ermöglichte saubere Mobilität damit groß.“

Auch Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv Höchst, sieht in der Weiterentwicklung der Wasserstoff-Technologie eine wesentliche Herausforderung auf dem Weg zu zukunftsfähigen, umweltfreundlichen Mobilitätslösungen. „Dabei muss es auch möglich sein, Übergangstechnologien zu nutzen, mit denen wir sehr schnell CO2-Einspareffekte erzielen können“, sagte Dr. Kreysing. Weil in Deutschland noch zu wenig Strom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, könne nur wenig „grüner“ Wasserstoff produziert werden. Der für die Betankung der Brennstoffzellen-Züge benötigte Wasserstoff entsteht im Industriepark Höchst im Rahmen der Chemieproduktion unter Einsatz von Strom.

Mit dem so genannten Taunusnetz werden vier Regionalzuglinien auf den innovativen Brennstoffzellen-Antrieb umgestellt. Die Bauarbeiten für die Wasserstoff-Tankstelle haben im April dieses Jahres begonnen und sollen bereits Anfang 2022 abgeschlossen werden.

„Unsere Wasserstoffzüge sind nicht nur die ersten ihrer Art, die in Hessen fahren werden: Sie zeichnen sich auch dafür verantwortlich, dass in Höchst Hessens erste Wasserstofftankstelle für Züge entsteht. Damit unterstreichen wir einmal mehr die Vorreiterstellung des Landes Hessen und des RMV im Bereich alternativer Antriebstechnologien und der Verkehrswende. Da Wasserstoff im Industriepark Höchst in großen Mengen als Nebenprodukt anfällt, können wir diesen ohne zusätzliche Emissionen für den ÖPNV nutzen – ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaneutralität! Um jederzeit die Betankung sicherzustellen, baut Infraserv zudem einen Elektrolyseur, der mit grünen Strom grünen Wasserstoff herstellt. Etwa die Hälfte unserer 27 Züge werden hier täglich zum Auftanken einfahren – denn mit 1000 Kilometern ist die Reichweite so groß, dass die Fahrzeuge auch nach einem vollen Betriebstag noch ordentlich Reserve im Tank haben“, so Prof. Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung.

Wasserstoff ist vor allem im Hinblick auf die Sektorenkopplung oder die Speicherung überschüssiger Energie aus Wind oder Sonne ein wichtiger Baustein der Energie- und Ressourcenwende. Aus diesem Grund wurden bisher über 100 Wasserstoff- und Brennstoffzellenprojekte in Hessen umgesetzt. Allein in den letzten drei Jahren hat das Land Hessen rund 25 Projekte mit über 8,5 Millionen Euro finanziell gefördert.

Auf dem Foto: Verkehrsstaatssekretär Jens Deutschendorf (rechts) überreicht den Förderbescheid im Beisein von RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat (Mitte) an Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer Infraserv Höchst

Foto: Infraserv Höchst