Ultrafeinstaub weiter im Fokus des „Forum Flughafen und Region“

(pm/fsm) – Das Forum Flughafen und Region (FFR) konzentriert sich weiterhin verstärkt auf das Thema Ultrafeinstaub im Kontext des Luftverkehrs am Flughafen Frankfurt. Ziel ist es, umfassende Erkenntnisse zu den verschiedenen Quellen der ultrafeinen Partikel, zu deren Ausbreitung im Bereich des Flughafens und des Umlandes sowie zu den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Partikel zu erlangen.

Eine bereits im Sommer 2019 angekündigte Studie zu diesem Thema geht in eine neue Projektphase: Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) lässt bis Ende 2021 ein konkretes Design für die Durchführung einer Studie zur Bestimmung der Belastung der Region mit ultrafeinen Partikeln erstellen.

Als wichtige Grundlage für die Studie dienen die durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Kooperation mit dem UNH durchgeführten Messungen von ultrafeinen Partikeln im Umfeld des Frankfurter Flughafens. Zur Erweiterung der Messungen hat das UNH ein zusätzliches UFP-Messgerät angeschafft, das in das Messnetz des HLNUG integriert wird.

Die Expertenanhörung zum Thema Ultrafeinstaub im August 2019 hat vielfältige Informationen über den aktuellen Stand der Wissenschaft zu diesem Thema geliefert und konkrete Forschungsbedarfe und -lücken aufgezeigt. Das FFR hat sich in seinen Gremien mit diesen Erkenntnissen befasst und die Inhalte und den Ablauf einer Studie im Rhein-Main Gebiet definiert. Aufgrund der Komplexität des Themas und der Vielzahl klärungsbedürftiger Fragen werden die Untersuchungen in eine Studie zur Belastung und eine anschließende Wirkungsstudie unterteilt. Dem vorgelagert, wurde nun ein Konsortium beauftragt, ein auf die Belastungsstudie gerichtetes Design zu entwickeln, das voraussichtlich bis Ende 2021 fertiggestellt wird. Das Konsortium setzt sich zusammen aus dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht, dem Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung und dem Institut für Atmosphäre und Umwelt an der Goethe-Universität Frankfurt. In einem zweiten Schritt wird eine Studie zu den Auswirkungen von Ultrafeinstaub vorbereitet.

Das UNH kooperiert schon seit mehreren Jahren mit dem HLNUG, um Messungen und Untersuchungen zur Bedeutung von UFP in der Flughafenregion voranzubringen.
Zur Erweiterung dieser Zusammenarbeit hat das UNH Anfang des Jahres ein neues Messgerät (Fast Scanning Mobility Sizer, FMPS) angeschafft und dem HLNUG zur Einbindung in das bestehende Messnetz zur Verfügung gestellt. Das Messgerät ermöglicht die Bestimmung der Größenverteilung von ultrafeinen Partikeln in hoher zeitlicher Auflösung und damit auch die Charakterisierung von Emissionen aus schnell wechselnden Quellen, wie sie zum Beispiel an Straßenschluchten oder Flughäfen vorkommen. Das Gerät wird punktuell an verschiedenen Orten in der Umgebung des Flughafens zum Einsatz kommen und soll weiterführende Erkenntnisse zur Ausbreitung der ultrafeinen Partikel bspw. beim Einsatz der Flugzeugtriebwerke in verschiedenen Betriebszuständen liefern.

Mit der Unterstützung des UNH erfassen derzeit neun Messstationen Ultrafeinstaub in der Umgebung und auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens. Ziel ist eine langfristige Beobachtung und Analyse aller Ultrafeinstaubkonzentrationen im Umfeld des Flughafens, insbesondere zur Erlangung von Erkenntnissen hinsichtlich der Konzentration, Größenverteilung und Zusammensetzung von Ultrafeinstäuben und zur Erforschung des Einflusses von Überflügen auf die Ultrafeinstaubbelastung in der Umgebung des Flughafens.

⇒https://www.umwelthaus.org/umweltmonitoring/ultrafeinstaub/luftmessstationen

 

Auf dem Foto: Luftmesscontainer in Schwanheim

Foto: HLNUG