„Frankfurt blickt nach vorn“: Weihnachtsmarkt soll stattfinden!

(pm/fsm) – Seit Pfingstmontag greifen in Frankfurt die ersten Lockerungen seit Inkrafttreten der Bundesnotbremse. Bald können weitere Öffnungsschritte folgen: Mainfest, Herbst-Dippemess und Weihnachtsmarkt sollen stattfinden. Für den Weihnachtsmarkt ist sogar eine Verlängerung um eine Woche geplant.

Welche Unterstützung brauchen Handel und Wirtschaft auf dem Weg zurück in die Normalität? Und wie sieht die langfristige Perspektive aus? Darüber diskutierte Oberbürgermeister Peter Feldmann unter Einbindung des Gesundheitsamtes mit Vertretern von Politik und Verbänden bei einer Sondersitzung des Runden Tisches City- und Stadtteilmarketing. Eingeladen hatte die Abteilung City- und Stadtteilmanagement im Hauptamt und Stadtmarketing.

„Frankfurt blickt nach vorn“, sagte Gastgeber Feldmann zum Auftakt. „Und die Stadt lässt die Wirtschaft nicht im Stich. Der Frankfurt-Plan bündelt unsere kurzfristigen Recovery-Maßnahmen, von der vereinfachten Genehmigung für Außengastronomie über Leerstandsmanagement bis zu gezielten Werbemaßnahmen. Hier wollen und werden wir uns auch von unseren Partnerstädten inspirieren lassen. Hinzu kommt ein 30 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm, das diese kurzfristigen Maßnahmen und die langfristige Neuaufstellung der Innenstadt klammert.“

Die wichtigsten Elemente des Frankfurt-Plans

• Volkskfeste

Mainfest, Herbst-Dippemess und Weihnachtsmarkt sollen stattfinden. Für den Weihnachtsmarkt ist sogar eine Verlängerung um eine Woche geplant. Unter dem Arbeitstitel „Sommer in der Stadt“ wird eine Neuauflage des letztjährigen Herbstmarktes („Herbst in der Stadt“) geprüft. Das Grüne-Soße-Festival wird ausgebaut – als Grüne-Soße-Festspiele mit Riesen-Programm, Partnern aus der Kultur und ausgefeiltem Hygienekonzept.

• Frankfurt-Gutschein

Im Rahmen der geplanten Aktion wird der Einkauf bei teilnehmenden Gewerbetreibenden mit einem Stempel auf einer Gutscheinkarte belohnt. Diese wird dann zum Los – es winken attraktive Preise, zum Beispiel Museumsufer-Jahreskarten, Hotelübernachtungen. Als Startzeitpunkt wird August angepeilt, Laufzeit drei Monate.

• „Gast in der eigenen Stadt“

Die Heimatstadt als Tourist kennenlernen – Idee hinter „Gast in der eigenen Stadt“. Im Rahmen der Aktion (findet gewöhnlich rund um Weihnachten statt) können Frankfurter zum Sonderpreis in Hotels einchecken. Das bewährte Format soll 2021 ausnahmsweise zusätzlich an zwei Wochenenden in den Sommerferien angeboten werden.

• Verbesserte Aufenthaltsqualität

Platzierung von Grünen Zimmer und zusätzlichen Sitzmöglichkeiten in der Innenstadt. Für die Terrorsperren aus Beton sollen ansehnlichere Alternativen gesucht werden.

• Luca-App

Die Stadt Frankfurt erfüllt bereits alle technischen Voraussetzungen zur Anbindung an die vom Land vorgesehene Luca-App zur Nachverfolgungssorgfalt. Die Freischaltung steht kurz vor Freigabe.

• „Erlebnis-City Frankfurt“

Eine ergänzende Studie zum Masterplan Tourismus 2030 soll beauftragt werden. Thema: Möglichkeiten einer aktiven Innenstadtentwicklung.

Zwei Kampagnen sollen den Neustart in der Frankfurter City begleiten – „Mainviertel“ und „Frankfurt REStart“. Die Federführung liegt beim Dachverband Gewerbevereine respektive der Wirtschaftsförderung, jeweils in Zusammenarbeit mit dem Citymanagement. Ebenfalls geplant sind „Night-Shopping“-Aktionstage, Pop-Up-Stores auf ausgewählten Einzelhandelsflächen. Weitere Maßnahmen sind in der Prüfung unter anderem eine ÖPNV-Rabattaktion an ausgewählten Tagen, möglicherweise ergänzt um Parkhaus-Freistunden für Autofahrer.

Bereits beschlossen ist die Verlängerung der Ausnahmeregelungen für die Außengastronomie bis Ende des Jahres.

In die weitere Debatte sollen auch Anregungen aus Partnerstädten einfließen. So sorgte in Tel Aviv die Aktion „1000 Stühle“ für Furore. Sitzgelegenheiten, Sonnenschirme und Tische verwandelten Parks und öffentliche Plätze in Freizeit-Oasen, die Bestuhlung erweiterte zugleich die Außenfläche von Gastronomie und Geschäften. In Birmingham wurde ein Musikpavillon in der Innenstadt aufgebaut, der den Sommer über für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Diese und andere Anregungen sollen zeitnah auf ihre Übertragbarkeit hin evaluiert werden.

30 Millionen Euro für Investitionen

Ergänzt werden die kurzfristigen Maßnahmen des Frankfurt-Plans durch ein mittelfristig angelegtes 30 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm. Die Mittel des im März beschlossenen Pakets sollen ab der zweiten Jahreshälfte fließen.

Erste Impulse könnten in folgenden Bereichen gesetzt werden:

• Aufstockung Nationales Förderprogramm „Post-Corona Innenstadt“

Die bestehende Projektförderung durch den Bund wird um Mittel für Investitionszuschüsse ergänzt. Bisher geben Bund und Stadt je 280.000 Euro für Maßnahmen.

• Errichtung von Standortgemeinschaften

Jedes Viertel hat seinen Charakter. Diesen zu fördern, in dem beispielsweise Kooperationen im gastronomischen Bereich unterstützt werden, macht die City diverser – und damit attraktiver.

• Aufbau einer „Innenstadt-Gima“

Die Gima (Genossenschaftliche Immobilienagentur Frankfurt am Main) kann mit den Mitteln gezielt die Innenstadt fördern und hier die Vermittlung von alternativen Nutzungen in der Innenstadt ermöglichen. Gegebenenfalls könnte eine stadteigene Immobilie saniert werden, um als Beispiel für die Kombination vielfältige Nutzungen in der Innenstadt zu dienen.

Auch ein eigener Gründerfonds Innenstadt wäre denkbar, ebenso eine Aufwertung der Innenstadt-Plätze.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank sagte: „In dieser Phase der sukzessiven Öffnung bei stabilen Inzidenzwerten gilt es, mit kreativen und vielfältigen Impulsen, ohne bürokratische Hürden den Einzelhandel, das Hotelgewerbe und die Gastronomie zu unterstützen. Der Wirtschaftsmotor muss schnell wieder hochgefahren werden. Der Magistrat ist sich dieser besonderen Verantwortung bewusst und wird entsprechend aktiv.“

Archivfoto: Wolfgang Racek