Weltkriegsbombe im Frankfurter Nordend muss gesprengt werden – 25.000 Anwohner müssen Wohnungen schnellstmöglich verlassen

(pm/fsm) – Ein 500-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Mittwochnachmittag im Nordend gefunden und muss aufgrund von Bauart und Zustand noch am selben Tag unschädlich gemacht werden.

Nach der Beurteilung durch den Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen (RP Darmstadt), wurden von allen involvierten Behörden und Organisationen notwendige Maßnahmen sowie ein Evakuierungsbereich von 700 Metern Radius um die Bombe festgelegt. Betroffen sind laut Einwohnermeldezahlen bis zu 25.000 Anwohnerinnen und Anwohner, die aufgefordert sind, ihre Wohnungen in diesem Fall schnellst möglich zu verlassen.

Der Kampfmittelräumdienst plant eine Sprengung des Blindgängers. Dies ist durch die Sprengstoffmenge und die Lage in einem der am dichtesten bewohnten Stadtteile Frankfurts eine besondere Herausforderung. Eine unkontrollierte Detonation würde massive Schäden an Gebäuden und eine große Gefahr für Menschenleben bedeuten. Die erfolgreiche Sprengung einer ähnlichen Bombe im Main vor gut zwei Jahren hatte eine 30 Meter hohe Fontäne ausgelöst. Notwendige Schutzmaßnahmen am Fundort der Bombe im jetzigen Fall sind deshalb angelaufen: Unter anderem wird die Bombe mit 40 LKW-Ladungen Sand abgedeckt, um Schäden an umliegenden Gebäude möglichst gering zu halten.

Die Feuerwehr hat eine genaue, interaktive Karte mit Suchfunktion erstellt, mit deren Hilfe jeder überprüfen kann, ob er betroffen ist. Die Karte kann unter https://arcg.is/fi4CL abgerufen werden. Für alle Anwohner, die keinen anderen Aufenthaltsort finden, wird derzeit nach einer Betreuungsstelle mit entsprechendem Hygienekonzept in der Eissporthalle am Bornheimer Hang eingerichtet. Diese ist ab 17.30 Uhr geöffnet.

Die Feuerwehr koordiniert Transporthilfe für eingeschränkt gehfähige Personen, die im Evakuierungsbereich wohnen. Wer Hilfe benötigt, sollte sich schnellstmöglich online registrieren unter: https://arcg.is/1WPOnm oder telefonisch beim eingerichteten Bürgertelefon melden unter: 069/212-111. Für von Corona betroffene Menschen im Evakuierungsbereich, mit einer schriftlichen oder mündlichen ausgesprochenen Isolations- bzw. Quarantäneverfügung vom Gesundheitsamt, wird derzeit noch eine Unterbringungsmöglichkeit geschaffen und zeitnah bekannt gegeben. In dem Gefahrenbereich liegt unter anderem das Bürgerhospital mit seine Neonatalstation, dessen Patienten zur Stunde evakuiert werden.

Die Polizei informiert seit 15.30 Uhr die Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner mittels Lautsprecherdurchsagen, wird die Vollständigkeit der Evakuierung kontrollieren und den Bereich bis zum Ende der Maßnahmen sperren. Eine Drohne und der Polizeihubschrauber sind zu diesem Zweck bereits in Bereitschaft. Wann die eigentlichen Sprengarbeiten des Kampfmittelräumdienstes beginnen können, und wie lange diese dauern werden, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Aktuelle Informationen werden auf http://www.feuerwehr-frankfurt.de veröffentlicht. Die Stadt Frankfurt, Feuerwehr und Polizei informieren auch auf ihren Twitter-Kanälen unter http://www.twitter.com/Stadt_ffm , http://www.twitter.com/feuerwehrffm oder http://www.twitter.com/polizei_ffm .

Auf der Karte: Radius um die Weltkriegsbombe

Karte: Feuerwehr Frankfurt