Zoo zieht die Bilanz eines außergewöhnlichen Jahres

(pm/fsm) – Zahlreiche Ereignisse hatte das Zoo-Jahr 2020 zu bieten. Vieles davon ereignete sich aufgrund der Lockdowns im Frühling und Winter allerdings hinter verschlossenen Toren. In den Sommermonaten musste die Besucherzahl deutlich reduziert werden. Entsprechend trüb fällt die Bilanz bei der Besucherentwicklung aus.

Aber es gibt auch viel Positives zu berichten und einige Weichen für die zukünftige Entwicklung des Zoos konnten ebenfalls gestellt werden.

16 lange Wochen ohne Besucherinnen und Besucher, Komplikationen bei Tiertransporten, Aufteilung der meisten Mitarbeitenden in zwei Teams zur Sicherstellung der Versorgung der Tiere und die Ausweitung von Hygienestandards – dies waren nur einige der großen Herausforderungen, die das Jahr 2020 zu bieten hatte. Dazu kam die Ungewissheit, ob und bei welchen Arten gegebenenfalls ein Infektionsrisiko zwischen Mensch und Tier besteht. Als Konsequenz daraus ist das beliebte Menschenaffen-Haus seit Monaten geschlossen. Aber 2020 hatte auch viel Gutes im Gepäck: Tiergeburten und neue Tierarten, die Ansiedlung eines wildlebenden Honigbienen-Volks auf der Streuobstwiese des Zoos, die Fertigstellung von kleinen Bauprojekten wie etwa der Fuchssicherung des Geländes, die neue Website und die Ausweitung digitaler Angebote.

Bedeutend für die Entwicklung des Zoos ist die im November vom Magistrat getroffene Entscheidung für die Ansiedlung des Frankfurt Conservation Center (FCC), einem internationalen Zentrum für Natur- und Artenschutz unter der Federführung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) auf dem Zoogelände. „Das Frankfurt Conservation Center ist ein wichtiger Baustein, um den Zoo zukunftsfähig zu machen. Denn ein Zoo des 21. Jahrhunderts muss den globalen Natur- und Artenschutz unterstützen, und unser Zoo ist ein idealer Vermittler für diese Aufgabe. Die Corona-Pandemie mahnt uns eindringlich, unsere Umwelt zu schützen. Dass die Entscheidung für das FCC gerade im Jahr der Pandemie getroffen wurde, ist bei aller Härte, die es für den Zoo hatte, ein starkes Signal in die richtige Richtung. Mit dem Umbau und der weiteren Modernisierung des Zoos und dem Einzug des Kinder- und Jugendtheaters in das Zoogesellschaftshaus entsteht so ein zukunftsweisendes kulturelles und wissenschaftliches Zentrum im Herzen der Stadt“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft.

Insgesamt fast vier Monate lang musste der Zoo aufgrund der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr geschlossen bleiben. In den Sommermonaten war es notwendig, die Besucherzahlen deutlich zu begrenzen, um sicherzustellen, dass die Abstandsregeln insbesondere in den Innenräumen eingehalten werden konnten. Auch die Aufteilung der täglich maximalen Besucherzahl auf zwei Zeitfenster und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehörten zum Maßnahmenpaket zur Infektionsvermeidung. Trotz all dieser Einschränkungen kamen die Menschen gerne in den ruhigen und ungewohnt leeren Zoo und die angebotenen Zeitfenster waren zumeist ausgebucht. Durch den gesteigerten Verkauf von Online-Tickets konnte in den Sommermonaten die Einlasssituation auch durch die Nutzung des Eingangs Rhönstraße entlastet werden.

376.563 Besucherinnen und Besucher zählte der Zoo 2020; 2019 waren es nahezu 825.000. Das entspricht einem Minus von 54,3 Prozent. Aufgrund der limitierten Besucherzahl in den Monaten Mai bis Oktober kamen 47 Prozent weniger Gäste als in den Sommermonaten des Vorjahres. Allein bei den Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten bedeutet dies ein Minus von über 60 Prozent im Vergleich zu 2019.

Gar nicht genug bedanken kann sich der Zoo für die enorme Anzahl an Tierpatenschaften, die angesichts der schwierigen Situation im letzten Jahr übernommen wurden. Mit Stichtag 31. Dezember hatten 3064 Paten und Patinnen insgesamt 3556 Tierpatenschaften abgeschlossen. Das sind fast 600 Tierpaten und über 700 Patenschaften mehr als im Vorjahr. Die große Solidarität mit dem Zoo drückte sich auch durch Gutscheinkäufe und vermehrte Spenden aus.

„Zu sehen, dass der Zoo trotz langer Schließung nicht ‚aus den Augen – aus dem Sinn‘ war, bedeutet mir und meinem Team sehr viel. So mancher muss gerade schauen, wie er über die Runden kommt. Und dennoch denken so viele an den Zoo, die Tiere und unsere Arbeit – dafür mein herzliches Dankeschön“, sagt Zoodirektor Miguel Casares. Nicht verändert hat sich 2020 die Hit-Liste der beliebtesten Patentiere. Sie wird wieder angeführt von den Erdmännchen, gefolgt von Zwergziegen, Rüsselspringern und Humboldt-Pinguinen.

Auch die Stiftung Zoo Frankfurt stand dem Zoo zur Seite und hat die Finanzierung eines neuen Ausstellungspavillons an zentraler Stelle im Zoo beschlossen. Der neue Pavillon wird den in die Jahre gekommenen Container ersetzen, der in den letzten Jahren für Wechselausstellungen genutzt wurde. Die Ausstellungen im neuen Pavillon sollen sich vor allem den Themen Natur- und Artenschutz widmen.