„Frankfurt-Plan“ für die Innenstadt

(pm/fsm) – „Der Lockdown ist notwendig. Doch Frankfurts Gewerbetreibende brauchen eine Perspektive für die Zeit danach. Denn von alleine werden viele Kunden nicht zurückkommen“: Da waren sich die Teilnehmenden des Runden Tisches City- und Stadtteilmarketing bei ihrem Treffen am Donnerstag einig.

Unter der Führung von Oberbürgermeister Peter Feldmann diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Wirtschaft und Verbänden über die Initiative des Stadtoberhaupts, die Innenstadt nach dem Lockdown mit einem ‚Frankfurt-Plan‘ wiederzubeleben.

Feldmann sagte: „Ich nehme die Sorgen der Frankfurter Gewerbetreibenden sehr ernst. Wegen Corona stehen Existenzen auf der Kippe. Da reicht es nicht, mit dem Finger nach Berlin oder Wiesbaden zu zeigen. Wir müssen selbst aktiv werden. Der ‚Frankfurt-Plan‘ ist mehr als die Summe seiner Teile. Es geht um ein stimmiges Gesamtpaket, um ein Aufbruchssignal für die Zeit nach dem Lockdown. Schon jetzt kristallisieren sich die Eckpfeiler eines Konzeptes heraus, das über einen Zeitraum von mehreren Wochen trägt, und alle – Politik, Verbände, Handel – mit ins Boot holt. Jetzt geht es an die Feinarbeit. Ich bin überzeugt: Mit dem ‚Frankfurt-Plan‘ werden wir die Frankfurterinnen und Frankfurter für ‚ihre‘ Innenstadt zurückgewinnen.“

Wirtschaftsdezernent Markus Frank sagt: „Es ist gut, dass wir uns schon jetzt für den Aufbruch nach Corona vorbereiten. Ziel ist es, den Wirtschaftsmotor in Frankfurt schnell wieder auf Touren zu bringen, Arbeitsplätze zu sichern, Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten und die internationale Strahlkraft der Mainmetropole wieder rasch zu entfalten.“

Der „Frankfurt-Plan“ – das ist bereits besprochen:

• „Night Shopping“ als Event an ausgewählten Tagen
• Aktion „Gast in der eigenen Stadt“: preisreduzierte Hotelübernachtungen für Frankfurter in Frankfurt
• Die Welt zu Gast in Frankfurt: Ein gemeinsames Pavillon-Dorf mit den Städtepartnern wie Tel Aviv, Mailand, Prag und Budapest bringt Internationalität auf die Zeil
• Einbindung von Schaustellern und Foodtrucks, bevorzugt lokale Anbieter
• Umsetzung von Pop-up-Konzepten bei Leerstand
• Kooperation mit Vereinen und Kultur-Anbietern

Bei einem Thema herrschte in der Runde besonders große Einigkeit: Die Sonderregeln für die Außengastronomie sollen über den März hinaus bis zum Ende des Jahres erhalten bleiben.

Als Aktionszeitraum sind mindestens vier Wochen im Mai und Juni im Gespräch – immer unter der Voraussetzung, dass das Infektionsgeschehen dies auch zulässt.

Außerdem verabredeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, weitere Maßnahmen zu prüfen, um den „Frankfurt-Plan“ zusätzlich aufzuwerten.

Das steht konkret zur Diskussion:

• ÖPNV-Aktion – zu vergünstigten Preisen in die Innenstadt, möglicherweise flankiert durch Ermäßigungen in Parkhäusern, beispielsweise zwei Stunden kostenloses Parken an bestimmten Tagen
• Der „Frankfurt-Gutschein“: Ab einer bestimmten Summe wie zum Beispiel 75 Euro gibt es einen Gutschein für die ebenfalls wiedereröffneten Museen oder den Zoo, vielleicht als 2-für-1-Coupon. Auch denkbar sind Rabatte für die Attraktionen auf Frankfurter Volksfesten, so denn diese wieder stattfinden können
• Ankerpunkt-Konzept für zentrale Plätze wie Goetheplatz, Rathenauplatz, Rossmarkt, Hauptwache und Konstablerwache wird erarbeitet

Oberbürgermeister Feldmann regte außerdem an, über eine Ausweitung des Weihnachtsmarkts auf die Zeil nachzudenken. Damit hätten die Schausteller nach Corona eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit und die Zeil wäre im Weihnachtsgeschäft um eine Attraktion reicher.

In welcher Form diese Zusatz-Maßnahmen umgesetzt werden, soll beim nächsten Runden Tisch, voraussichtlich im Februar, besprochen werden.

Dann soll auch der „Masterplan Tourismus 2030“ Thema sein, der zurzeit final abgestimmt wird.

Feldmann sagte: „Die Einkaufsmöglichkeiten in der City sind ein zentrales Handlungsfeld, wenn wir gestärkt aus der Krise hervorgehen wollen. Frankfurt ist schon jetzt für Touristen attraktiv. Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Wir müssen uns fragen: Wo können wir noch besser werden? Der Masterplan Tourismus wird hierauf Antworten geben. Er ist darüber hinaus eine Steilvorlage für ein zu entwickelndes Konzept Innenstadt, das uns Chancen im Wandel aufzeigen wird.“