Bevölkerungszahl in Frankfurt trotz Corona-Lockdown im ersten Halbjahr gestiegen

(pm/fsm) – Mitte des Jahres hat Frankfurt am Main 758.917 Einwohner gezählt. Das sind 343 mehr als sechs Monate zuvor. Damit fällt das Wachstum deutlich geringer aus als in den vergangenen Jahren, wie die Stadt in einer Pressemitteilung berichtet.

Im ersten Halbjahr 2019 war die Bevölkerungszahl noch um 4473 gestiegen. Der Zuwachs der ersten sechs Monate des Jahres 2020 erreicht nur rund acht Prozent des Vorjahreswertes. „Frankfurt wächst in schwierigen Zeit weiter, wenn auch etwas langsamer als zuvor“, berichtet der für die Frankfurter Statistik zuständige Dezernent, Stadtrat Jan Schneider. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Corona-Pandemie mit umfassenden Einreisebeschränkungen ab dem 16. März.

„Deutlich weniger Arbeitsplatzwechsel und damit weniger Zuzüge nach Frankfurt sowie stark eingeschränkte Einreisen aus dem Ausland haben das seit über zwei Jahrzehnten anhaltende Frankfurter Bevölkerungswachstum um 92 Prozent einbrechen lassen“, erläutert Schneider.

Bei der Bewertung der Statistik ist auch zu berücksichtigen, dass das Frankfurter Bürgeramt am 17. März auf Notbetrieb umgestellt und erst am 4. Mai wiedereröffnet wurde. Deshalb werden im ersten Halbjahr erfolgte Zuzüge nach Frankfurt möglicherweise noch nachträglich gemeldet.

Während die Zahl der deutschen Frankfurter um 763 gestiegen ist, war bei den ausländischen Frankfurterinnen und Frankfurtern im ersten Halbjahr erstmals seit über zehn Jahren ein Rückgang zu verzeichnen. Betroffen sind fast alle Staatsangehörigkeiten. Besonders stark war der Einbruch bei den japanischen Staatsangehörigen. Deren Zahl sank um 284 auf 3130 (minus 8,3 Prozent). Der Rückgang liegt damit um das 18-fache über dem Vorjahreshalbjahr. Insgesamt ist die Zahl der Staatsangehörigen aus Nicht-EU-Staaten seit Jahresanfang um 58 (plus 0,05 Prozent) gestiegen, im Vorjahreszeitraum war dagegen ein Plus von 2338 zu verzeichnen. Die Zahl der EU-Staatsangehörigen ist um 478 (minus 0,5 Prozent) zurückgegangen.

Der prozentual stärkste Rückgang wurde bei den Frankfurterinnen und Frankfurtern mit britischer Staatsangehörigkeit verzeichnet. Deren Zahl sank um 210 (minus 9,1 Prozent) auf 2086. Hierin dürften sich zahlreiche Staatsangehörigkeitswechsel in Folge des Brexit widerspiegeln, denn schon im vergangenen Jahr haben zwölf Prozent (310) der britischen Frankfurter die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen.

Weitere Informationen sind in den Ausgaben 13+14/2020 von „frankfurt statistik aktuell“ zu finden, die unter http://www.frankfurt.de/statistik_aktuell als kostenlose PDF-Downloads zur Verfügung stehen.