CSD Frankfurt 2020 geht neue Wege

(pm/fsm) – Der Christopher Street Day (CSD) Frankfurt wird dieses Jahr ungewohnte Wege gehen – wegen der Corona-Pandemie haben sich die Organisatoren neue Formate und Wege für die Demonstration überlegt.

„Der CSD ist für Frankfurt eine Bereicherung. Er ist ein großes, buntes und fröhliches Fest. Dabei gibt er auch immer einen Anstoß zum Nachdenken: Wie weit sind wir mit der Gleichberechtigung? Das passt zu unserem Frankfurt – wir sind bunt und fröhlich, lassen aber nie die ernsten Themen aus dem Blick“, sagte Feldmann. Das Stadtoberhaupt betonte, dass der CSD einen wichtigen politischen Aspekt habe: „Ausgrenzung, Benachteiligung, Diskriminierung und Sexismus werden immer dann stärker, wenn wir wegsehen. Deshalb müssen wir Sichtbarkeit schaffen und diese Themen in den Fokus nehmen. Dafür ist der CSD die richtige Veranstaltung.“

Wegen der Corona-Pandemie haben sich die Veranstalter für dieses Jahr eine alternative Form der Demonstration überlegt. Eine große Party mit zehntausend Teilnehmern wird es nicht geben. Der CSD findet zum einen digital statt: Der Online-CSD Frankfurt 2020 kommt in vier Akten. Vier Videos mit Interviews, Künstlern, Grußvideos von Freunden des CSD Frankfurt. Im Programm seien beliebte und bekannte Namen: Jazz Cortes, Tante Gladice, Cimberly Clark, Gracia Gracioso, Feeby Fergison und Babsi Heart. Es werde Gespräche der „Drag Elite“ mit Szenewirten, vielen Vereinen und Künstlern geben, erklärte Joachim Letschert.

Am Samstag, 18. Juli, zieht ein Autokorso durch die Innenstadt, Start ist auf dem Römerberg. Der Radiosender RadioSub (91.8 FM) wird dem CSD eine Spezialsendung widmen. „Dieses Jahr sind wir nicht schrill und laut, sondern schrill und still – denn auch mit der Stille können wir laut sein!“, sagte Letschert. Trotz Corona habe man überlegt, wie man Aufmerksamkeit schaffen könnte, auch wenn die ursprüngliche Form des CSD dieses Jahr ausfallen muss. „Wir machen keine kommerzielle Veranstaltung. Es ist uns wichtig, in einer Zeit, in der rechte Tendenzen offen gezeigt werden, uns zu zeigen und für unsere Sache einzustehen“, sagte Letschert. Für den Samstag habe man viele Ordner organisiert, die sowohl auf dem Römerberg als auch beim Zug darauf achten werden, die Abstandsregeln einzuhalten.

Letschert erklärte zudem, dass der Verein dieses Jahr einer Umweltorganisation eine Spende zukommen lassen werde: „Die Kosten der Veranstaltung fallen dieses Jahr geringer aus und wir wollen diese Ersparnis weitergeben.“ Feldmann begrüßte diese Initiative und sagte eine Unterstützung durch die Stadt Frankfurt zu.

Das Stadtoberhaupt betonte, dass Frankfurt für Offenheit, Toleranz und Vielfalt steht: „Jeder, der diese Kultur mitträgt, ist willkommen.“ Dennoch gebe es immer wieder Angriffe auf Menschen mit anderem Aussehen oder mit anderen Lebensentwürfen. Es sei ein langer Kampf um Freiheits- und Gleichheitsrechte. „Dieser Kampfgeist hat Frankfurt mitgeprägt und unmittelbar dazu beigetragen, dass Vielfalt und Toleranz in unserer Stadt einen Platz haben.“ Diese Vielfalt gelte es zu verteidigen und dies sei ein ständiger Prozess, betonte das Stadtoberhaupt. Dass der reguläre Umzug mit viel Musik und Bewegung dieses Jahr nicht stattfinden könne, sei ein großer Verlust. „Aber die Gesundheit geht vor und Sie haben sich der Situation angepasst, Sie haben mit Kreativität und großem Einsatz einen neuen und charmanten Weg gefunden ihre Präsenz zu zeigen. Dafür danke ich Ihnen allen“, sagte Feldmann mit Blick auf den digitalen CSD und den Autokorso.

Der Autokorso wird am Samstag, 6. Juli, mit einem Grußwort der Integrationsdezernentin Sylvia Weber auf dem Römerberg starten. Wie die Veranstalter erklärten, wird der Zug ohne Musik durch die Innenstadt ziehen. Die Chance, neue Wege zu gehen, werde man auch im kommenden Jahr aufgreifen und sich etwas Neues überlegen.

Weitere Informationen zum CSD Frankfurt 2020 gibt es unter https://csd-frankfurt.de/ im Internet.