Kreative Balkonkultur in Praunheim

(pm/fsm) – Das Caritas-Quartiersmanagement in der Heinrich-Lübke-Siedlung geht mit neuen Formaten und guten Kontakten zu Kooperationspartnern im Stadtteil durch die Corona-Zeit. Soziale Nähe bei physischer Distanz – so könnte das Engagement der Quartiersmanager momentan beschrieben werden.

Sandra Herbener und Malte Stieber gehen kreativ mit der neuen Situation um und machen deutlich, dass sie konstant für die Menschen in Praunheim erreichbar sind. Außerdem sorgen sie mit Hofkonzerten und Stadtteilrallys für Unterhaltung. Das gibt Sicherheit in einer unsicheren Zeit und sorgt für Abwechslung im Alltag.

„Gleich zu Beginn der Corona bedingten Einschränkungen war uns wichtig bekannt zu machen, dass wir erreichbar sind und gemeinsam mit den Menschen Lösungen für mögliche Probleme entwickeln“, sagt Sandra Herbener, Caritas-Quartiersmanagerin im Frankfurter Programm „Aktive Nachbarschaft“. „Auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht sicher waren, was auf uns zukommt“. Wichtig für eine gute Erreichbarkeit und schnelle Hilfestellungen im Stadtteil war die große Solidarität und enge Vernetzung der verschiedenen Organisationen in Praunheim. „Die Jugendhilfe und die Kirchenge-meinden haben sofort zugesagt, die Besetzung unserer telefonischen Hilfehotline mit zu gewährleisten. Unseren mehrsprachigen Flyer haben wir an alle Haushalte verteilt. Und Angebote uns zu unterstützen kamen sehr schnell auch von Menschen, die wir noch nicht kannten, so dass die Verteilung der immerhin 6900 Flyer dann schon ehrenamtlich erfolgen konnte“, freut sich Malte Stieber, ebenfalls Quartiersmanager in Praunheim, heute.

Insgesamt fallen die Anfragen nach Hilfeleistungen geringer aus, als zu Beginn der Einschränkungen von den Quartiersmanagern erwartet. Viele Unterstützungsangebote kommen aus der direkten Nachbarschaft. Bei einigen Anrufen der Hilfehotline wollten sich die Menschen lediglich versichern, dass wirklich jemand erreichbar ist, wenn doch mal eine Notsituation auftritt. Für die Caritas-Quartiersmanager gilt es aktuell, Kontakte und Unterhaltung für die Menschen im Stadtteil so zu gestalten, dass sie möglichst einfach zugänglich und sicher für Risikogruppen nutzbar sind.

Nachbarn musizieren und Menschen können auf ihren Balkonen oder am Fenster zuhören. Das war nur eine von vielen Ideen und steckt hinter dem Slogan „Praunheimer Balkonkultur“. Insgesamt acht solcher Konzerte konnten bereits stattfinden. Das Liederspektrum reicht vom gesungenen Amazing Grace über Hayden bis zum Volkslied und der schottischen Nationalhymne. Und immer wieder war die Nachbarschaft für Überraschungen gut. Der Zuhörer, der im Anschluss den Musizierenden ein Ständchen auf seiner Mundharmonika bringt oder ein Saxophon, das vom Nachbargarten aus mitspielt. Nicht jeder Ton muss sitzen, Freude ist wichtiger als Perfektion. Wann und wo der nächste Auftritt stattfindet wird nicht verraten, damit nicht zu viele Menschen zusammenkommen.

Auch kleine Stadtteilrallys werden veranstaltet. Eine Einladung zum Spaziergang an Orte im Stadtteil, die man vielleicht noch nicht kennt, verbunden mit kleinen Aufgaben und natürlich einer Belohnung zum Abschluss.

Wer ebenfalls über verborgene oder sichtbare Talente verfügt und Lust und Zeit hat, Menschen im Stadtteil zu unterhalten, die aufgrund der aktuellen Situation kaum Kontakte haben, kann sich an die Kollegen im Quartiersmanagement wenden. Sandra Herbener und Malte Stieber sind erreichbar unter qm-hls@caritas-frankfurt.de oder unter Tel. 069 2982-6277.

Auf dem Foto: Manfred Donning erfreute Bewohner in Praunheim mit einem Dudelsackkonzert im Hof

Foto: Caritasverband Frankfurt e. V.