IHK-Blitzumfrage: „Steckt der Coronavirus die deutsche Wirtschaft an?“

(pm/fsm) – Umfassende Reisebeschränkungen, geschlossene Firmenniederlassungen, eingeschränkte Geschäfte – der Coronavirus beeinträchtigt zunehmend auch deutsche Unternehmen. Welche wirtschaftlichen Konsequenzen das für die Firmen im Rhein-Main-Gebiet hat, zeigt eine von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main gemeinsam mit dem China Competence Center der IHK Frankfurt am Main und der IHK Darmstadt durchgeführte Blitzumfrage mit 162 beteiligten Unternehmen der Region.

46 Prozent der Unternehmen rechnen mit Lieferengpässen und 51 Prozent mit Umsatzeinbußen.

Ihre Geschäftsbeziehungen mit China sehen 46 Prozent der Unternehmen konkret beeinträchtigt. Betroffen ist die Zusammenarbeit mit Abnehmern und Lieferanten ebenso wie mit Niederlassungen oder Produktionsstätten in China, weil der Coronavirus das Land praktisch lahmgelegt hat. Dazu kommen gut 30 Prozent, die derzeit noch keine detaillierte Aussage treffen können, welche Auswirkungen es für ihr Unternehmen haben wird. 20 Prozent der Unternehmen haben bereits reagiert und ihre Liefersituation verändert. Ein Grund ist, dass bereits 41 Prozent Rückfragen dazu erhalten haben. Weitere 11 Prozent erwarten Nachfragen.

Stefan Messer, der Vorsitzende des Außenwirtschaftsausschusses der IHK Frankfurt am Main und CEO der Messer Group GmbH betont: „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt zu unseren chinesischen Gesellschaften, um uns über die Situation vor Ort zu informieren. Wir haben Atemschutzmasken und Schutzhandschuhe auf den Weg nach China gebracht, die unter unseren Mitarbeitern verteilt werden. Geschäftsreisen von und nach China haben wir vorsorglich ausgesetzt. Da Herstellung und Vertrieb von Industriegasen ein lokales Geschäft ist, spielt das Thema Export, wie bei vielen anderen Unternehmen, für uns keine Rolle. Natürlich hoffen wir dennoch, dass der Coronavirus sich abschwächt und die Menschen in China gesund bleiben und ihr geregeltes Leben so schnell wie möglich wieder aufnehmen können.“

Tatsächlich haben 56 Prozent der befragten Firmen bereits ihre Geschäftsreisen nach China ausgesetzt. Ebenso wird erwartet, dass Messen mit starker chinesischer Beteiligung weltweit beeinträchtigt werden. Die Unternehmen sehen auch darin mittel- bis langfristige Auswirkungen auf ihr China-Geschäft. Trotz der hohen wirtschaftlichen Betroffenheit der Unternehmen zeigt das IHK-Stimmungsbild, nur neun Prozent der Unternehmen bewerten die von China getroffenen Maßnahmen als überzogen.

Die Ergebnisse der IHK-Blitzumfrage und aktuelle Informationen sind abrufbar unter: www.frankfurt-main.ihk.de/international/china_competence_center/de/aktuelle_nachrichten/index.html