Ultrafeinstaubmessungen im Umfeld des Flughafens Frankfurt online abrufbar

(pm/fsm) – Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) erweitert sein Umweltmonitoring durch Informationen über Messungen von Ultrafeinstaub im Umfeld des Frankfurter Flughafen. Messwerte von sieben Messstellen sind online abrufbar unter https://www.umwelthaus.org/umweltmonitoring/ultrafeinstaub/luftmessstationen/ .

Das UNH und das Hessische Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (HLNUG) kooperieren beim Betrieb dieser Messstellen, um Messungen in diesem Umfang zu ermöglichen. Das HLNUG verantwortet die fachliche und technische Betreuung, das UNH übernimmt dafür einen Teil der laufenden Kosten. Ziel ist eine langfristige Beobachtung und Analyse der Ultrafeinstaubkonzentration im Umfeld des Frankfurter Flughafen.

Die gemeinsam veranstaltete Expertenanhörung zu Ultrafeinstaub im August 2019 hat bereits wichtige Hinweise zum aktuellen Erkenntnisstand und Forschungsbedarf beim Thema Ultrafeinstaub gebracht. Die Erkenntnisse werden derzeit in den entsprechenden Gremien ausgewertet. https://www.umwelthaus.org/umweltmonitoring/ultrafeinstaub/expertenanhoerung/

Mit den Messungen sollen unter anderem Erkenntnisse hinsichtlich der Konzentration, Größe und Zusammensetzung von Ultrafeinstäuben gewonnen und der Einfluss von Überflügen auf die Ultrafeinstaubbelastung in der Umgebung des Flughafens erforscht werden

Die zwei ortsfesten Luftmessstationen an den Standorten Raunheim und Frankfurt-Schwanheim erfassen seit Herbst 2017 Ultrafeinstaubpartikel in der Nähe des Frankfurter Flughafens. Zwei Stationen des UNH sind auf dem Flughafengelände im Einsatz, sie messen verschiedene Gase (z.B. Stickoxide, Kohlenmonoxid) sowie Feinstaub (PM10, PM2,5).

Da diese beiden Stationen auf einem Betriebsgelände stehen, zu dem die Öffentlichkeit keinen Zugang hat, sind sie nicht Bestandteil des regulären Luftmessnetzes zur Beurteilung der Luftqualität in Hessen und unterliegen nicht den gesetzlichen Grenzwerten. Die Messdaten umfassen verschiedene Luftschadstoffe wie z.B. Stickstoffoxide und Feinstaub. An einer dieser Stationen sollen zukünftig auch kontinuierliche Ultrafeinstaubmessungen durchgeführt werden, deren Ergebnisse dann ebenfalls veröffentlicht werden sollen. Momentan befindet sich die hier benutzte Messtechnik jedoch noch in der Erprobungsphase. Eine weitere Messstation auf dem Flughafengelände ist in Planung.

Zusätzlich werden weitere Ultrafeinstaubmessgeräte in Frankfurt-Sachsenhausen und Frankfurt-Oberrad betrieben, die die Gesamtkonzentration der Partikel messen, sie sind im Eigentum der Stadt Frankfurt. Die fachliche Betreuung liegt auch hier beim HLNUG, während das UNH die laufenden Kosten trägt.

Neben den ortsfesten Stationen ist noch eine mobile Messstation im Frankfurter Westen (Frankfurt- Niedwald) im Einsatz. Sie erfasst voraussichtlich für ein Jahr lang zusätzlich zu verschiedenen Gasen und Stäuben die Anzahlgrößenverteilung der ultrafeinen Partikel.

Hintergrund Ultrafeinstaub

Ultrafeine Partikel sind die kleinsten festen Partikel in der Luft – sie können aufgrund ihrer geringen Größe besonders tief in den menschlichen Körper eindringen. Welche Gefahr für die Gesundheit von Ultrafeinstaub ausgeht, kann jedoch noch nicht ausreichend beurteilt werden – bislang gibt es noch zu wenige epidemiologische Studien, die die Effekte der ultrafeinen Partikel untersuchen.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz Umwelt und Geologie (HLNUG) hat 2015 mit der Untersuchung von UFP begonnen und seitdem seine Messaktivitäten kontinuierlich ausgebaut. Nach anfänglichen Messungen der Gesamtpartikelanzahl an der Luftmessstation Raunheim (in Kooperation mit dem Umweltbundesamt), werden seit 2017 an inzwischen insgesamt sieben Standorten Untersuchungen insbesondere auch zur Größenverteilung der ultrafeinen Partikel im Bereich 10 – 500 nm durchgeführt. Diese Untersuchungen werden teilweise vom UNH finanziell unterstützt, zusätzlich betreut das HLNUG in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt die bereits genannten zwei Messstellen in Frankfurt-Oberrad und Frankfurt-Sachsenhausen.

Den bisher durchgeführten Untersuchungen zufolge ist der Flughafen eine bedeutende Quelle für ultrafeine Partikel. Insbesondere sind erhöhte Konzentrationen festzustellen, wenn der Wind aus Richtung Flughafen weht und die Partikel entsprechend weit verfrachtet werden. Ein erster Zwischenbericht über die Untersuchungsergebnisse wurde bereits im Mai 2018 veröffentlicht, ein zweiter folgte im August 2019.