Vorläufige Bilanz der Frankfurter Polizei zum Jahreswechsel

(pm/fsm) – Die Frankfurter Polizei blickt auf eine ereignisreiche und arbeitsintensive Nacht anlässlich der Feierlichkeiten im Frankfurter Stadtgebiet zum Jahreswechsel 2019/2020 zurück.

Häufigste Einsatzanlässe waren körperliche Auseinandersetzungen, Streitigkeiten und Sachbeschädigungen. Der Polizei gelang es jedoch, aufgrund umfangreicher personeller und organisatorischer Vorbereitungen, in allen Fällen schnell und konsequent einzuschreiten bzw. zu reagieren. Leider wurden auch in diesem Jahr wieder Einsatz- und Rettungskräfte angegangen.

Wie angekündigt führte die Polizei bereits drei Tage im Vorfeld offensive Kontrollen, insbesondere in nördlichen Stadteilen, durch. Bei den Maßnahmen wurden über 250 Personen kontrolliert und mehrere Platzverweise ausgesprochen. Es kam zu sechs vorübergehenden Festnahmen. Auch konnte Pyrotechnik in Form von mehreren hundert Böllern, welche sich teilweise im Besitz von Kindern oder Jugendlichen (unter 18) befanden, sichergestellt werden. Durch die zahlreichen Kontrollen konnten auch 12 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt werden. Dabei wurden circa 50 Gramm Cannabisprodukte und geringe Mengen Crack und Kokain aufgefunden.

In der Silvesternacht selbst versammelten sich mehrere tausend Menschen, vor allem im Innenstadtbereich, um ausgelassen und friedlich in das Jahr 2020 zu starten. Der „Eiserne Steg“ war als Örtlichkeit für den Jahreswechsel erneut derart beliebt, sodass bereits gegen 23:00 Uhr der weitere Zulauf in den Sicherheitsbereich wegen Überfüllung gestoppt werden musste. Gegen 02:00 Uhr wurde der Sicherheitsbereich wieder aufgehoben.

Genau um Mitternacht wurden in Rödelheim Einsatzkräfte mit Raketen beschossen und Sperrmüll als Barrikaden auf der Straße errichtet und teilweise entzündet. Die Lage konnte schnell durch Polizeieinheiten beruhigt und die Brände durch die Feuerwehr gelöscht werden. Eine Beamtin wurde durch Böllerwürfe leicht verletzt, konnte ihren Dienst aber fortsetzen.

Gegen 00:20 Uhr wurden Einsatzkräfte auf der Brücke „Eiserner Steg“ angesprochen und auf eine sexuelle Belästigung hingewiesen. Hier wurde von Amts wegen eine Strafanzeige erstattet und die Ermittlungen eingeleitet. In einem weiteren Fall sexueller Belästigung auf dem Holbeinsteg konnte der Täter noch vor Ort durch Polizeikräfte festgenommen werden. Auch in zwei weiteren Fällen sexueller Belästigung in Alt- Sachsenhausen nahm die Polizei die beiden Täter noch vor Ort fest. Die Ermittlungen zu den vier Einzeltätern dauern an.

Insbesondere im Bereich Griesheim mussten die Einsatzkräfte sowie die Feuerwehr zu mehreren Fahrzeugbränden ausrücken. In den Morgenstunden wurde die Fassade eines Wohnhauses durch ein Feuer leicht beschädigt sowie ein Betonpoller mutwillig mit Feuerwerkskörpern gesprengt. Die Ermittlungen bezüglich der Brandursachen dauern jeweils an. Bedauerlicherweise wurden bei den Löscharbeiten Feuerwehrleute mit Raketen beschossen. In diesem Zusammenhang konnten mehrere Verdächtige festgenommen werden. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. Im gesamten Stadtgebiet kam es im Laufe der Nacht immer wieder zu Mülltonnenbränden, die durch die Feuerwehr gelöscht wurden.

Gegen 02:50 Uhr kam es im Bereich einer Diskothek in der Weißfrauenstraße zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, wobei u.a. auch ein Messer zum Einsatz kam. Im Zuge dessen wurden vier Personen verletzt. Drei Personen wurden in diesem Zusammenhang vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen werden derzeit wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes geführt und dauern an.

Im Laufe der Nacht kam es zu über 70 freiheitsentziehenden Maßnahmen. Dazu zählen sowohl Festnahmen u.a. wegen Körperverletzungsdelikten, Verstößen gegen das Waffengesetz sowie wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung und Sachbeschädigung, als auch Ingewahrsamnahmen von aggressiven oder stark betrunkenen Personen.

Leider kam es auch in diesem Jahr im gesamten Stadtgebiet wieder zu unsachgemäßem Gebrauch von Feuerwerkskörpern und Raketen. Zum Teil wurden diese auf Personen gerichtet und Böller in Personengruppen geworfen. Dadurch wurden auch Personen, u.a. ein Mitarbeiter der DLRG, verletzt.

Die Erfahrung zeigt, dass häufig erst einige Tage nach der Silvesternacht Strafanzeige erstattet wird. Die Frankfurter Polizei bittet Geschädigte, zeitnah Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, um Ermittlungserfolge nicht zu gefährden.

Die Frankfurter Polizei dankt ihren Kooperationspartnern, der Stadt Frankfurt am Main und der Bundespolizei sowie der Feuerwehr Frankfurt, für die gute Zusammenarbeit und wünscht allen ein frohes neues Jahr.