„Unsere Herzen voll von Trauer“

Phuntsok Tsering, der langjährige geschäftsführende Vorstand des Tibethauses Deutschland, ist nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker spricht sein tiefes Beileid aus.

„Mit Bestürzung habe ich vom Tod von Herrn Tsering erfahren. Unsere Herzen sind voll Trauer. Mein tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen“, sagt Becker. „Dankbar blicken wir zurück auf einen Menschen, der engagiert für den Schutz der tibetischen Kultur als Fundament der Freiheit und Menschenrechte eingetreten ist. Sein größter Wunsch, eines Tages in ein von Autonomie und Freiheit für die eigene Kultur geprägtes Tibet reisen zu können, war ihm leider nicht vergönnt. Die Stadt Frankfurt am Main verliert ein großes Vorbild gelebter Mitmenschlichkeit und des friedlichen Dialogs.“

Phuntsok Tsering war langjähriger geschäftsführender Vorstand des Tibethauses Deutschland, das seinen Sitz in Frankfurt hat. „Mit seinem persönlichen Engagement brachte Phuntsok Tsering die tibetische Kultur von der Medizin über die Kunst bis zur buddhistischen Religion den Frankfurterinnen und Frankfurtern näher und lebte mit ihnen gemeinsam die kulturelle Vielfalt der Stadt Frankfurt. Der friedliche Dialog mit anderen Religionen und Kulturen stand dabei immer im Mittelpunkt seiner Arbeit“, betonte Becker.

Das Tibethaus spielt in Europa eine einzigartige Rolle in der Vermittlung der alten und modernen Kultur Tibets und dient als Begegnungs- und Studienzentrum. Es bewahrt und fördert die tibetische Identität und bringt diese den Bürgerinnen und Bürgern näher. In über 300 Veranstaltungen pro Jahr werden die Themen Buddhismus, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Heilkunde und Wissenschaft beleuchtet.

„Seine Gabe der persönlichen Zugewandtheit setzte Phuntsok Tsering für den friedlichen und konstruktiven Dialog mit den Menschen ein. Das tibetische Kulturzentrum war auch durch ihn stets ein Ort der Völkerverständigung und der gelebten Vielfalt. Für sein beharrliches Engagement und sein Einsatz als Vermittler zwischen den Religionen bin ich ihm dankbar. Ich werde ihn nicht vergessen. Wir werden als Stadt Frankfurt auch in Erinnerung an ihn weiterhin Partner des Tibethauses bleiben“, betont Kirchendezernent Becker.

Das Tibethaus, das seit 2016 seinen Sitz in Frankfurt gefunden hat, ist neben dem Tibet House US in New York das einzige weitere durch das Tibet House Cultural Center in New Delhi, Indien, offiziell anerkannte Tibethaus weltweit.