Magistrat stellt Weichen für Goetheturm-Wiederaufbau

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat den Bau und die Finanzierung für den Wiederaufbau des Goetheturms auf den Weg gebracht. Im September müssen noch die Stadtverordneten entscheiden. Danach kann mit dem Bau bald begonnen werden.

„Der Goetheturm ist für uns Frankfurter Herzensangelegenheit“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Die Frankfurter Bevölkerung hat engagiert fast 200.000 Euro an Spenden für den Wiederaufbau gesammelt. Die Zerstörung des Turms in der Nacht auf den 12. Oktober 2017 hat viele Bürgerinnen und Bürgern traurig und auch wütend gemacht. Die Rekonstruktion in der ursprünglichen Form ist von der Bevölkerung so gewünscht – dafür haben wir nun den Weg geebnet.“

Baudezernent Jan Schneider unterstreicht: „Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für die Stadt. Der neue Goetheturm wird genauso aussehen wie der alte, mit dem viele Frankfurterinnen und Frankfurter sehr persönliche Erinnerungen verbinden. Das Bauwerk entspricht aber nicht nur den heutigen Vorschriften, es lässt sich künftig auch einfacher sanieren und instand halten.“ Treppen und Podeste werden, erläutert Schneider, teilweise aus einer Stahlkonstruktion bestehen, um sie haltbarer zu machen und Vandalismus vorzubeugen.

Für Umweltdezernentin Rosemarie Heilig wird mit dem Goetheturm auch der Stadtwald sein Wahrzeichen wiederbekommen. „Allein die Spendenbereitschaft zeigt: Die Frankfurterinnen und Frankfurter identifizieren sich mit dem 1931 erbauten Aussichtsturm. Der um den Turm angelegte Spielpark ist bis heute ein beliebtes Ausflugsziel, dass durch den Wiederaufbau nun seine Identität zurückerhält.“ Die Freiflächen um den Turm würden wiederhergestellt, neun Bäume neu gepflanzt.

Die Investitionen liegen bei rund 2,4 Millionen Euro, rund 2,1 Millionen Euro kommen aus der Versicherungssumme des alten Turms. Alle zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen und zur Umgestaltung der Freianlagen sind von der Stadt zu tragen. Hier kommt auch die Spendensumme von über 195.000 Euro zum Tragen.

Der Goetheturm im Frankfurter Stadtwald war aufgrund eines Brandanschlages vollständig abgebrannt. Der Turm war ein wichtiges Wahrzeichen der Mainmetropole und ein beliebtes Ausflugziel. In einer Online-Umfrage entschieden sich 78 Prozent der Bürger für einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau. Entsprechend dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger wird eine hölzerne Fachwerk-Konstruktion auf den bestehenden Fundamenten geplant. Eine vollständig originalgetreue Rekonstruktion des Turmes ist jedoch aufgrund aktueller Normen nicht möglich. Die äußere Geometrie des alten Goetheturms von 1931 wird beibehalten, der Turm wird wieder 43,30 Meter hoch. Änderungen gegenüber dem historischen Vorbild betreffen im wesentlichen Details und Materialien sowie die Anpassung der Treppen und Podeste an geltende Vorschriften. Einzelne Bauteile wiederum sollen sich leichter austauschen lassen, so dass der Turm für kleinere Reparaturen nicht gesperrt oder eingerüstet werden muss.

Als Alternative stehen verschiedene Hölzer zur Auswahl. Für die Hauptstützen wurde Edelkastanie ausgewählt, die Stufen und Beläge werden wieder aus Eichenholz gefertigt.