Sportkreis und Fanprojekt verurteilen Polizeieinsatz im Eintracht-Stadion

Der Sportkreis Frankfurt und das Frankfurter Fanprojekt verurteilen den Polizeieinsatz im Eintracht-Stadion vor dem Spiel gegen Schachtar Donezk am 21. Februar. „Mit den Durchsuchungen hat Innenminister Peter Beuth vollkommen unnötig Ausschreitungen zwischen der Polizei und den Fans provoziert“, so Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises und des Frankfurter Fanprojekts.

Die durchgeführten Maßnahmen sehen Sportkreis und Fanprojekt im klaren Widerspruch zum „Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“. Das Konzept, verabschiedet von der Innenministerkonferenz, sieht unter anderem einen intensiven Dialog zwischen Polizei, Fanprojekten und Fans vor, um Gewalt vorzubeugen. „Prävention wirkt, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das hat die jahrzehntelange erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Fanprojekt, Fußballvereinen, Fanszene und Polizei bewiesen“, so Frischkorn. Mit seinem aktuellen Kurs sei Innenminister Peter Beuth so weit vom nationalen Sicherheitskonzept entfernt, wie kein anderer Innenminister vor ihm.

Die Äußerungen von Eintracht-Präsident Peter Fischer im Vorfeld des Spiels, dass das Stadion brennen müsse, sieht der Sportkreis Frankfurt als unzureichende Rechtfertigung für den Polizeieinsatz an. Vielmehr, so Vorsitzender Roland Frischkorn, offenbare das Vorgehen fehlende und notwendige Sensibilität.

Der Vorsitzende des Sportkreises sieht nach diesem Vorgang den Ministerpräsidenten Volker Bouffier in der Pflicht: „Herr Bouffier und die Landesregierung sind aufgerufen, die Glaubwürdigkeit unseres Rechtsstaats wieder herzustellen. Dies erwarten die Mitglieder der Turn- und Sportvereine, die Fans und die Menschen, die Fußball als Teil einer demokratischen Kultur ansehen. Der Sportkreis und das Frankfurter Fanprojekt werden den Weg von Eintracht Frankfurt weiterhin begleiten. Wir setzen auf Dialog und stehen weiterhin zum nationalen Konzept für Sicherheit im Sport.“

Den verletzten Fans und Besuchern des Heimspiels von Eintracht Frankfurt gegen Schachtar Donezk wünschen der Sportkreis und das Frankfurter Fanprojekt gute Besserung. Für die Vorfälle wünschen sich beide Organisationen eine transparente und vollständige Aufarbeitung.

Der Sportkreis Frankfurt e.V. ist die Dachorganisation der Frankfurter Turn- und Sportvereine und dem Landessportbund Hessen angeschlossen. Er vertritt die Interessen der rund 420 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit über 215.000 Sportlerinnen und Sportlern nach innen und außen. Dabei unterstützt er die Vereine zum Beispiel bei Zuschüssen, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und Weiterentwicklung von Sportangeboten.