„March for Science“ in Frankfurt: Für freie Forschung und gegen Populismus

(ms/fma) – Wissenschaftler und Studenten haben am Samstag beim „March for Science“ in Frankfurt für freie Forschung und gegen Populismus demonstriert.

Mit dem weltweit an mehreren Orten veranstalteten „March for Science“ richten sich Forscher, Dozenten und Studenten gegen Einschränkungen in der Wissenschaft.

Die Aktion wurde vergangenes Jahr ins Leben gerufen. Die Bewegung richtet sich auch gegen die Rhetorik von US-Präsident Donald Trump, der unter anderem die Erderwärmung mehrfach als Schwindel bezeichnet hat.

Aber auch in den sogenannten sozialen Netzwerken werden abstruseste Meinungen verbreitet, ungeprüft übernommen und für glaubwürdig erachtet. In diesen Zeiten ist es daher zwingend notwendig, dass sich die Wissenschft öffentlich zu Wort meldet und den Fakenews und alternativen Fakten wissenschaftliche Erkenntnis entgegensetzt.

Dabei ist es auch nötig, naturwissenschaftliche Grundkenntnisse so verständlich zu vermitteln, dass auch der heutige vernetzte Bürger wieder in die Lage versetzt wird, News und Postings kritisch zu hinterfragen.

Das kritische Hinterfragen sollte aber bereits im 1. Semester eines Studiums erlernt bzw. perfektioniert werden. Kritische Stimmen zu diesem Thema waren zu vernehmen, dass sich gerade die Hochschulpolitik mit der Bologna-Reform und der Einführung von Bachelorstudiengängen keinen Gefallen getan hat. Denn ein verschultes Studium hat mit einem erkenntnisgewinnenden Studium, wie es noch zu Zeiten des Diploms üblich war, nichts mehr zu tun.

Auch sollte es selbstverständlich sein, naturwissenschaftliche Grundlagen in den Schulen zu vermitteln und insbesondere Abiturienten nicht dazu zu verleiten, naturwissenschaftliche Fächer abzuwählen.

Nach dem Auftakt an der Bockenheimer Warte führte der Marsch durch die Innenstadt zur Science Arena auf dem Römerberg.

In Redebeiträgen an der Bockenheimer Warte und am Römer wurde die Freiheit der Wissenschaft verteidigt und vor den Gefahren von Fakenews und Pseudowissenschaften gewarnt.

Als Redner traten auf:

Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung)
Patrick Burghardt (Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst)
Prof. Dr. Joachim Curtius (Physiker, Experimentelle Atmosphärenforschung, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Goethe-Universität Frankfurt)
Peter Feldmann (Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt)
Dr. Nathalie Grams (Ärztin und ehem. Homöopathin, Leiterin des Informationsnetzwerks Homöopathie)
Prof. Dr. Hartmut Michel (Max-Planck-Institut für Biophysik, Nobelpreisträger für Chemie)
Dr. Birgit Sander (Stellv. Präsidentin der Polytechnischen Gesellschaft)
Stephan Siegler (Stadtverordnetenvorsteher, der „erste Bürger“ der Stadt)

 

Impressionen aus Frankfurt

An Info-Punkten auf dem Römerberg standen die Wissenschaftler dann allen Interessierten Rede und Antwort.

Fotos: Markus Sommerfeld