Goethe-Universität eröffnet Biotopgarten am Campus Riedberg

(fma) – Die Goethe-Universität hat am Mittwoch einen neuen Biotopgarten eröffnet, der für die praxisorientierte Lehrerausbildung dient und Schulklasssen aus dem Großraum Frankfurt ermöglicht, ökologisches Wissen lebensnah erfahren zu können. Möglich gemacht wurde die Realisierung des Gartens durch eine Förderung der Fraport AG.

Entworfen und realisiert wurde der Biotopgarten im Rahmen des Projekts „Close to science“ – Schule im Wissenschaftsgarten“ auf dem Campus Riedberg von der Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften.

Der Biotopgarten soll den Schulen im Großraum Frankfurt zugänglich gemacht werden und lebt von der engen Kooperation mit dem Wissenschaftsgarten und der Goethe-Universität.

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In einem Rundgang erläuterte Dr. Christian Dietz (rechts) die Konzeption des Gartens

„Der Brückenschlag zwischen fachdidaktischen Theorien und Praxiserfahrungen im Unterrichtshandeln ist ein wesentlicher Faktor beim Aufbau ökologischen Handlungswissens, das in den späteren Schulalltag Eingang finden sollte“, erklärt Prof. Paul Dierkes, Leiter des Schülerlabors Goethe BioLab und Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität. „Die Konzeption und Durchführung dieser innovativen Lehr- und Lernformate sind jedoch mit einem größeren Personalaufwand, geeigneten außerschulischen Lernumgebungen und zeitlichem Engagement verbunden. Viele unserer Umweltbildungsprojekte können somit erst durch die Förderung außeruniversitärer Partner realisiert werden“, so Dierkes weiter.

Vizepräsidentin Prof. Tanja Brühl betonte die Wichtigkeit, mit dem Biotopgarten solch gute Bedingungen für Forschung und Lehre anbieten zu können. Außerdem sei die Goethe-Universität eine „Bürgeruniversität“, die mit dem für alle zugänglichen Wissenschaftsgarten der Gesellschaft auch etwas zurückgeben möchte.

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V.l.: Vizepräsidentin Prof. Tanja Brühl, Dr. Thomas Hartmanshenn vom Umweltamt der Stadt Frankfurt, Michael Müller, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der Fraport AG, Preisträgerin Tina Braun, Prof. Paul Dierkes, Leiter der Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften, Robert Anton, Technischer Leiter des Wissenschaftsgartens, Prof. Georg Zizka, Wissenschaftlicher Leiter des Wissenschaftsgartens, Dr. Christian Dietz und Dr. Verena Reinhardt, die das Konzept des Gartens entwickelten.

Michael Müller, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Fraport AG, betonte, dass das Hauptaugenmerk des Engagements der Fraport AG für den Umweltschutz seit jeher auf der Förderung umweltpädagogischer Maßnahmen liege . „Kommende Generationen gilt es, für die Zusammenhänge, Abläufe und Bedürfnisse der Natur zu sensibilisieren. Dieser Biotopgarten und die Umweltbildungsprojekte der Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften tragen nachhaltig dazu bei, dieses Ziel zu verfolgen“, so Müller.

Mit der Gründung des Umweltfonds im Jahr 1997 hat die Fraport AG den freiwilligen Natur- und Umweltschutz außerhalb des Flughafen-Geländes in ihrem vielschichtigen Förderprogramm verankert. Neben umweltpädagogischen Projekten werden über dieses Förderinstrument insbesondere der Erhalt und die Weiterentwicklung der Biodiversität in der Rhein-Main-Region sowie Projekte zu Klimaschutz und Klimawandel unterstützt. Seit 1997 wurden über 900 Einzelmaßnahmen mit einer Gesamtsumme von knapp 36 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen einer langjährigen Kooperation hat die Fraport AG Umweltbildungsvorhaben der Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität mit insgesamt 165.000 Euro unterstützt.

Im Rahmen des Anfang 2016 abgeschlossenen Projekts „Ökologisches Handeln lernen“ entstand über drei Jahre ein innovatives, praxisorientiertes Lehrformat, bei dem Studierende Umweltbildungskonzepte erarbeiteten und mit Schulklassen erprobten. Die Konzepte wurden in Form einer Bildungsmappe zusammengestellt und sind  kostenfrei für Lehrkräfte erhältlich. Projektverantwortliche Tina Braun erhielt für ihre Arbeit von Dr. Thomas Hartmanshenn, Abteilungsleiter Umweltvorsorge und Leiter der Projektgruppe GrünGürtel der Stadt Frankfurt, die Anerkennung „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“.

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Dr. Thomas Hartmanshenn vom Umweltamt der Stadt Frankfurt übergibt an Tina Braun den Preis „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ für das in der Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften entwickelte Projekt „Ökologisches Handeln lernen“.

Der Biotopgarten wird am Frühlingsfest der Universität am 22. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt.

(Bericht und Fotos: Markus Sommerfeld)